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Bookfessions

Büchernarren sind, wenn es um ihr Liebstes geht, oft ein wenig verschroben. Ich kenne, glaube ich, keinen, der im Bezug auf seine Bücher nicht mindestens eine Marotte hat.

Nehmt zum Beispiel mich: Ich benötige manchmal länger als eine halbe Stunde, um zu entscheiden, welches Buch ich als nächstes lesen möchte. Sprache, Genre, Druckbild, Gewicht – einfach alles soll stimmen. Das ist jedoch nicht immer einfach, sodass ich mich manchmal anstatt vor meinem Bücherregal in der Buchhandlung wieder finde und dort das passende Buch einfach kaufe.
Ich verwende auch fast keine Lesezeichen, obwohl ich durchaus einige sehr schöne besitze. In der Regel lese ich jedoch einfach so lange, bis ich zu einer glatten und gut merkbaren Seitenzahl komme. Was das genau heißt, variiert allerdings von Buch zu Buch und dient gelegentlich als willkommene Ausrede, um abends noch ein klitzekleines bisschen länger lesen zu können. Denn wenn ich ein Buch kaum aus der Hand zu legen wage, dann akzeptiere ich nur die Hunderter-Seiten als gut merkbar, während ich mich bei gedruckter Langeweile auch schon mal mit der Seite 365 zufrieden gebe…

Heute finde ich diese Angewohnheiten amüsant und kann darüber lachen. Als Jugendliche kam ich mir  jedoch gelegentlich ein wenig eigenartig vor und war daher heilfroh, als ich schließlich das Internet kennen lernte. Die Internetforen und ihre Nutzer glichen damals beinahe einer Offenbarung. Mein 14-jähriges Ich jubelte wieder und wieder „Ich auch! Ich auch!“, als es beim Surfen feststellte, dass es so anders gar eigentlich gar nicht war.

Der tumblr-Blog Bookfessions, den ich euch heute vorstellen möchte, erinnert mich an diese Zeit. Wenn ich mir die Geständnisse und Geschichten der Buchliebhaber durchlese, die Justyna dort stellvertretend für die Autoren postet, kann ich manch mal nicht umhin, mich angesprochen zu fühlen. Die „kathartische“ Wirkung fehlt heute zwar (Gott sei Dank!), aber es ist dennoch äußerst interessant zu hören, welche Rollen Bücher im Leben anderer Menschen innehaben und wie mit ihnen umgegangen wird.

Wer sich die Zeit nimmt und sich durch die derzeit 640 Bekenntnisse auf Bookfessions klickt, der wird auf jeden Fall vielerlei entdecken: Posts, die zum Schmunzeln einladen, Ärgerliches und Trauriges, das daran erinnert, das man sich in der Fiktion auch verlieren kann. Ihr werdet euch in einigen Texten wieder finden. Anderes wird euch wiederum an den Leser erinnern, der ihr einmal gewesen seid. Und vielleicht – ganz vielleicht – erhascht ihr auch einen Blick auf den Bücherliebhaber, der ihr einmal sein werdet.

Viel Spaß!

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