Links

Monatsrückblick: Gelesen – März 2017

Mit sechs Tagen Verspätung poste ich heute meinen persönlichen Rückblick auf den März. Nachdem ich in den Vormonaten sehr lustlos gewesen bin, habe ich es im März zum ersten Mal seit Langem wieder krachen lassen und fünf Bücher gelesen. So viel wie im Dezember, Januar und Februar zusammengenommen! Ich finde, das kann sich durchaus sehen lassen, oder? Hoffentlich geht es im April genauso weiter.
Auch qualitativ kann sich der April gerne am März orientieren. Die Flops sind dieses Mal ausgeblieben. Das war wahrscheinlich auch der Hauptgrund, weshalb ich es diesen Monat endlich mal wieder auf fünf Bücher gebracht habe. Nach einem tollen Buch das nächste anzufangen ist umso vieles leichter. Ich fühle mich dann jedes Mal wie im Rausch.

Jennifer Egan: A Visit from the Goon Squad– Beendet

A Visit from the Goon Squad zählt, wenn man den Kritikern Glauben schenken darf, zu den besten Romanen, die das 21. Jahrhundert bisher hervorgebracht. Obwohl der Funke leider nicht übergesprungen ist, kann ich diese Lobeshymnen durchaus verstehen. Egan tobt sich in ihrem Episodenroman, in dessen Mittelpunkt der Musikproduzent Benny Salazar und seine Assistentin Sasha stehen, sprachlich aus. Sie wechselt von Kapitel zu Kapitel die Erzählperspektive, die Charaktere, ja, einfach alles. Keines der 13 Kapitel gleicht dem anderen. In einer Rezension, die ich gelesen habe, wurde A Visit from the Goon Squad unter anderem deshalb als literarisches Konzeptalbum zum Thema Zeit bezeichnet. Eine treffende Metapher, wie ich finde. Schade nur, dass dieses Album meinen Geschmack nicht immer getroffen hat.

Ninni Holmqvist: Die Entbehrlichen – Beendet

Schweden, irgendwann in der nahen Zukunft: Wer nicht zum Fortbestand der Gesellschaft beiträgt, wird nach seinem 50. Geburtstag für entbehrlich erklärt und zum menschlichen Ersatzteillager degradiert – so wie die Protagonistin Dorrit. Die Entbehrlichen erzählt von Dorrits letzten Jahren, ihren Einzug ins Sanatorium, den ersten Tests und Humanversuchen und schließlich der Endspende, die ihr Leben beendet. Nicht meine neue Lieblingsdystopie, aber dennoch eine sehr packende Lektüre, die unglücklicherweise nicht ihr ganzes Potenzial entfalten kann. Zur Rezension

Andrew Miller: Friedhof der Unschuldigen – Beendet

Nach dem Abstecher in die fiktive Zukunft Schwedens führte mich Friedhof der Unschuldigen ins Frankreich des 18. Jahrhunderts. Ich lese normalerweise kaum historische Romane; sie sind mir meist zu klischeebehaftet und simpel. Aber zu einem Roman, der am Vorabend der Französischen Revolution spielt, konnte ich einfach nicht nein sagen. Zum Glück! Denn Friedhof der Unschuldigen ist für mich der perfekte Beweis dafür, dass es sich hin und wieder lohnt über den Tellerrand zu schauen. Millers reiche Sprache, detaillierte Charakterisierungen und eine nuancierte Darstellung der Pariser Gesellschaft machen den Roman zu einem schauderlich-schönen Leseerlebnis.

Patricia Highsmith: Salz und sein Preis – Beendet

Über Patricia Highsmith kann man sagen, was man möchte. Schreiben konnte sie, wie auch dieser frühe Roman von ihr beweist. Salz und sein Preis, erzählt die Liebesgeschichte von zwei sehr unterschiedlichen Frauen, die eine jung und einsam, die andere mitten im Sorgerechtsstreit um ihre Tochter. Ganz ohne Kitsch und viel Tamtam wird über 400 Seiten hinweg die Beziehung der beiden entwickelt. Obwohl dabei nicht allzu viel passiert, kann man Salz und sein Preis kaum beiseitelegen, so spannend ist es. Als Thrillerautorin wusste Patricia Highsmith einfach, wie sie ihre Leser bei der Stange hält. Ein toller Roman!

Pablo Ramos: Der Ursprung der Traurigkeit – Beendet

Manche kaufen ihre Bücher, weil sie das Cover bewundern. Ich hingegen kaufe sie mir oft wegen eines schönen Titels. Der Ursprung der Traurigkeit war einer dieser Titelkäufe. Ohne auch nur den Klappentext zu studieren, habe ich das schmale Bändchen zu mir nach Hause bestellt. Im März habe ich dann auch endlich herausgefunden, worum es in dem Buch eigentlich geht. Hinter Der Ursprung der Traurigkeit verbirgt sich eine Coming-of-Age-Story, die in einem Armenviertel im Buenos Aires der 80er Jahre spielt. Klingt deprimierend? Das wäre es vielleicht, wenn die drei kurzen Kapitel nicht so humorvoll erzählt wären. Der Ursprung der Traurigkeit ist damit die ideale Lektüre für einen sonnigen Lesenachmittag im Park.

Und wie sieht es bei euch aus: Was habt ihr im März gelesen? Hat euch ein Buch im letzten Monat besonders begeistert?

One Comment

Schreibe einen Kommentar