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Monatsrückblick – April 2017

Und wieder ist ein Monat rum. Unglaublich, dass das erste Drittel von 2017 schon wieder hinter uns liegt. Ich habe mir im April einen großen Wunsch erfüllt und mir einen neuen Laptop gekauft. Es tat mir weh, so viel Geld für mich auszugeben. Aber im täglichen Gebrauch bin ich doch froh, mich zu diesem Schritt entschlossen zu haben. Endlich habe ich nicht mehr das Gefühl vor einem Staubsauger zu sitzen. Mit dem neuen Laptop ist allerdings auch ein neuer Zeitkiller in mein Leben eingezogen: Overwatch. Bücher und Serien spielen seitdem eine eher untergeordnete Rolle in meiner Freizeit. Aber ganz ohne ging es natürlich trotzdem nicht…

Gelesen

Mit Elsa ungeheuer von Astrid Rosenfeld bin ich in den April gestartet. Der Roman erzählt die Geschichte von den beiden Brüdern Karl und Lorenz Bauer, die in einem Dorf in der Oberpfalz aufwachsen. Die beiden haben gerade ihre Mutter verloren, als ein widerspenstiges und eigensinniges Mädchen namens Elsa auftaucht und ihre Leben für immer von grundauf verändert. Elsa ungeheuer ist ein facettenreicher Roman mit einem urigen Figurenensemble, das einem John Irving-Roman entsprungen sein könnte. Trotz der eindimensionalen Beschreibung der Kunstszene hatte ich mit diesem Buch viel Spaß und habe keine Sekunde lang bereut, es gelesen zu haben.

Mit Gina Mayers Nachkriegsroman Das Maikäfermädchen ging es schließlich weiter. Das Maikäfermädchen handelt von einer Hebamme, die in der Nachkriegszeit entgegen ihrer Überzeugung beginnt, Abtreibungen vorzunehmen. Ich hatte es damals kurz nach dem Erscheinungsdatum wegen der interessanten Thematik auf meine Wunschliste gepackt und war daher sehr gespannt darauf, es nun nach fast fünf Jahren endlich zu lesen. Aber obwohl Das Maikäfermädchen gut anfing und sich wunderbar weglesen ließ, hat mich Gina Mayers Roman nicht völlig überzeugt. Wieso, weshalb und warum erkläre ich euch in meiner Rezension.

Nachdem mir Elsa ungeheuer so gut gefallen hatte, beschloss ich kurzerhand, auch Astrid Rosenfelds Debüt Adams Erbe zu lesen. Ich hatte viel Positives über den Roman gehört und wollte daher endlich wissen, wie er mir gefallen würde. Tja, was soll ich sagen? Astrid Rosenfeld hat in Adams Erbe tatsächlich nochmal eine Schippe drauf gelegt. Und der Diogenes Verlag hat mir mit diesem berührenden Buch wieder einmal bewiesen, dass er ein gutes Händchen für großartige Romane hat.

Geschaut

Durch meinen Freund bin ich Erwachsenen-Animationsserien verfallen. Nach Rick and Morty und gelegentlichen Stippvisiten in Southpark haben wir uns im April die ersten zwei Staffeln des Netflix-Originals BoJack Horseman zu Gemüte geführt. Im Mittelpunkt der Serie steht das Pferd BoJack, dem eine Sitcom in den 90ern zu Ruhm und Reichtum verhalf. Obwohl BoJack nach wie vor in Geld schwimmt, ist er todunglücklich. Es quält ihn, dass er an den Erfolg seiner Serie nicht anknüpfen konnte und in der Bedeutungslosigkeit zu verschwinden droht. Mit einer Autobiographie will er sich daher zu Beginn der ersten Staffel zurück in das kollektive Gedächtnis katapultieren. Aber natürlich läuft nichts so wie geplant. BoJack Horseman ist zwar nicht Rick and Morty, macht aber wegen seines teils albernen, teils bösen Humors trotzdem viel Spaß. Mein Freund und ich haben auf jeden Fall viel gelacht!

Und dann war da noch Casting JonBenet. Netflix führt diesen Film als Dokumentation. Aber ich behaupte, dass der Film dieses Etikett nicht verdient hat. Denn an Fakten ist Casting JonBenet nicht interessiert. Aus dem Mund von Laienschauspielern, die für die Rollen in ihrer Dokumentation über den Mord an der Kinder-Schönheitskönigin JonBenét vorsprechen, hören wir diverse (teils sehr abstruse) Theorien dazu, wer das Mädchen umgebracht haben könnte. In den ersten 20 Minuten ist das noch ganz interessant. Aber im Laufe des Films beginnt man sich zu fragen, was zum Teufel das Ganze eigentlich soll. Es erfolgt keine Einordnung, keine Überprüfung, kein gar nichts. Die Regisseurin Kitty Green lässt die Laiendarsteller vor der Kamera einfach wild drauf los spekulieren, ohne Rücksicht darauf zu nehmen, dass JonBenéts Familie, die im Mittelpunkt dieser hanebüchenden Theorien steht, immer noch irgendwo da draußen ist. Geschmacklos. Hier geht es zu meiner Rezension.

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