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5 Gründe für einen Stapel ungelesener Bücher

Es ist offiziell: Mein Stapel ungelesener Bücher hat sich in ein Regal ungelesener Bücher verwandelt. Als ich gestern Abend aus Langeweile Inventur gemacht und meinen Bestand gezählt habe, kam ich auf knapp 200 ungelesene Bücher. Genug Bücher, um drei bis vier Jahre keine Bücher mehr kaufen zu müssen und trotzdem ständig neues Lesematerial zu haben. Erst habe ich gestutzt. Dann habe ich mich gefreut: Denn wisst ihr was? Es ist völlig in Ordnung, einen riesigen Stapel ungelesener Bücher zu haben. Ehrlich! Ich bin jedes Mal aufs Neue überrascht, wie viel Kopfzerbrechen die ungelesenen Bücher einigen von euch bereiten. All diese Kaufverbote und SuB-Reduktionsaktionen – wieso tut ihr euch das bloß an? Ein Stapel ungelesener Bücher so hoch wie der Kilimandscharo ist doch eigentlich eine feine Sache.

Und ich erkläre euch heute auch, wieso das so ist.

1.Ein hoher Stapel ungelesener Bücher ist nützlich

Bücher kann man lesen. Klar. Das ist allgemein bekannt. Aber das ist noch längst nicht das Ende der Fahnenstange. Bücher taugen beispielsweise auch als Dekorationsgegenstände, Dämmmaterial, Heizmittel, Bastelmaterial, Stützen, Ablagen oder Briefbeschwerer. Kreativere Menschen als ich finden bestimmt noch mehr potenzielle Einsatzmöglichkeiten für ihre Bücher.
Im Augenblick ist es nicht so wichtig, wie multifunktional Bücher sind. Aber spätestens wenn die Zombieapokalypse vor der Tür steht, werden diejenigen, die heute über eure Büchersammlung lachen, verstummen. Dann wird sich endlich zeigen, dass eure ungelesenen Bücher eigentlich verdammt praktisch sind. Just you wait!

2.Bücher sind schön, viele Bücher aber schöner

Schaut euer Bücherregal an. Gefällt euch, was ihr seht? Ja? Gut. Nun denkt euch einen Augenblick lang eure ungelesenen Bücher weg. Das Regal sieht wahrscheinlich immer noch gut aus (immerhin stehen nach wie vor Bücher darin). Aber es hat ein bisschen an Ausstrahlung eingebüßt, da es nicht mehr so voll ist wie zuvor. Ein hoher Stapel ungelesener Bücher hat folglich einen hohen dekorativen Wert. Er verwandelt euer Bücherregal in das Keypiece eurer Wohnung. Außerdem lässt er euch intelligent und belesen aussehen. Dass ihr die Bücher noch nicht gelesen habt, muss ja keiner wissen.

3.Ihr unterstützt Autoren und helft ihnen dabei, ihren Traum zu leben!

Wer mehr Bücher kauft, als er eigentlich braucht, kann noch mehr Autoren unterstützen. Bei populären Autoren mag ein Buchkauf mehr oder weniger nicht ins Gewicht fallen. Aber diese Autoren stellen bekanntlich eine Minderheit dar. Für die meisten Schriftsteller zählt jedes verkaufte Buch. Bücher zu hamstern nützt daher nicht nur uns, sondern auch den Künstlern. Wir helfen ihnen durch unseren turmhohen Stapel ungelesener Bücher dabei, weiterhin Bücher zu schreiben und ihren Traum vom Schriftsteller-Dasein zu leben! Ihr seht also: Bücher horten heißt Gutes tun!

4.Das passende Buch für jede Lebenslage

Sobald euer Stapel ungelesener Bücher eine gewisse Höhe erreicht hat, wächst die Wahrscheinlichkeit, dass ihr das passende Buch für eure aktuelle Stimmung bereits daheim habt. Ihr werdet nie wieder an einem verregneten Sonntagnachmittag vor eurem Bücherregal stehen und nichts zu lesen finden, weil euch die fünf Bücher in eurem Besitz gerade nicht interessieren. Das funktioniert übrigens auch dann, wenn ihr nur einem einzigen Genre die Stange haltet. Irgendwann habt ihr einfach so viele Bücher, dass selbst innerhalb eines Genres die Spannbreite enorm ist. Und das schützt 1A vor Langeweile und damit auch vor der nächsten Leseflaute.
Super?
Super!

5. Überraschung! Euer Stapel ungelesener Bücher wird zur Wundertüte

Früher oder später werdet ihr den Überblick über euren Stapel ungelesener Bücher verlieren. Ihr werdet dann ein Buch aus eurem Regal ziehen und euch stirnrunzelnd fragen, wann und wie es dort gelandet ist. Aber egal, wie sehr ihr es auch versucht, ihr werdet euch nicht mehr daran erinnern können. Wenn das das erste Mal passiert, fühlt es sich noch komisch an. Doch mit der Zeit beginnt man sich über die unerwarteten Überraschungen im Regal zu freuen. Es ist ein bisschen so, als hätte man sich in der Vergangenheit selbst ein Geschenk gemacht und würde es nun auspacken. Besonders schön ist das übrigens, wenn sich das wiederentdeckte Buch gerade zufällig mit den aktuellen Lesebedürfnissen deckt. Ein Besuch in der Buchhandlung kann nicht glücklicher machen.

tl;dr Ein hoher Stapel ungelesener Bücher ist super!

Was ich mit diesem Post eigentlich sagen will: Leute, kauft Bücher, wenn ihr Spaß am Sammeln habt und es euch leisten könnt. Lasst euch von anderen da nichts einreden. Was zu viel ist, bestimmt allein ihr selbst und nicht etwa eure Eltern, Freunde oder andere Blogger. Ein hoher Stapel ungelesener Bücher ist eine super Sache – wenn ihr euch damit wohlfühlt.

2 Comments

  • Miss Bookiverse

    29. Mai 2017 at 10:21

    An sich bin ich ja auch gegen diesen Lesestress und überhaupt muss das einfach jeder mit sich selbst ausmachen, aber ich habe gemerkt, dass mir ein großer TBR einfach nicht gefällt, weil sich mein Lesegeschmack immer wieder verändert. Ich mag es nicht viele Bücher anzuhäufen, die mich gerade sehr interessieren, von denen ich aber nicht all zu lesen schaffe und die stehen dann Monat um Monat, Jahr für Jahr im Regal und irgendwann stelle ich fest, dass sie mich nicht mehr interessieren, weil ich jetzt älter bin oder schon zu viele ihrer Art gelesen hab und dann sortiere ich sie ungelesen aus und das finde ich schade und Verschwendung. Da halte ich es lieber übersichtlich und so, dass ich weiß, dass ich das, was ich neu kaufe auch demnächst zu lesen schaffe. Eine Auswahl von 5 wäre mir da aber auch zu wenig. Ich mag es auch ein paar verschiedene Sachen für verschiedene Stimmungen da zu haben.

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    • Jessica

      5. Juni 2017 at 15:49

      Erst einmal vielen herzlichen Dank für Deinen Kommentar, liebe Miss Bookiverse! Es tut mir sehr leid, dass ich ihn erst heute dazu komme, ihn zu beanworten.

      Wechselnde Leseinteressen sind natürlich ein guter Grund für einen kleineren TBR. Ich kann Dich da gut verstehen. Als sich meine Lesevorlieben das letzte Mal drastisch verändert haben, habe ich einige Bücher auch schweren Herzens ungelesen aussortiert, weil ich wusste, dass ich sie nicht mehr lesen würde. Das war kein schönes Gefühl. Seit etwa zehn Jahren lese ich jedoch mehr oder weniger dasselbe. Daher bereitet mir dieser Punkt inzwischen weniger Kopfzerbrechen als kurz nach dem Abitur. An manchen Genres/Plots/… verliere ich zwar zwischenzeitlich schon mal das Interesse, aber meistens ist das Desinteresse nicht von Dauer. Ich kehre immer zu derselben Art Bücher zurück. Die Bücher, die ich dann doch mal aussortiere, sind in der Regel die, die mir geschenkt worden sind oder die ich eher halbherzig gekauft habe.

      Ich glaube, zusammenfassend lässt sich sagen, dass jeder für sich herausfinden muss, was für ihn gut funktioniert. Wir lesen zwar alle gerne, aber doch sehr unterschiedlich. 🙂 Ein kleiner TBR ist erstmal genauso gut oder schlecht wie ein großer. Schwierig wird es erst, wenn man sich mit dem Status Quo unwohl fühlt. Dann sollte man seinen TBR tatsächlich reduzieren oder eben (wie ich) einfach alle Kaufregeln über Bord werden, bis man seinen Wohlfühl-TBR erreicht hat. Alles andere führt nur zu dem lästigen Lesestress, den Du ja bereits angesprochen hast.

      LG Jessica 🙂

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